ÄGYPTEN REISE 2008

Hinflug, Ankunft: Feilschen von Anfang an

10 Mär 2008, Seite 2

Beim Landeanflug auf den Flughafen Hurghada herrschte starker Seitenwind, doch die Piloten brachten uns sicher rein.

in Hurghada gelandet

Foto: Pünktlich am Flughafen Hurghada gelandet.

Um 14:05 Uhr (Ortszeit) setzten wir auf. Ägyptens Zeit ist der von München eine Stunde voraus, also gleich mal die Uhren vordrehen.

Schon beim Verlassen des Flugzeugs über die Gangway fiel uns auch hier die diesige, schlechte Sicht auf. Wird schon besser werden. Zumindest ist es hier viel wärmer.

Rein in einen der beiden, bereit stehenden Busse und weiter ging es zur Ankunftshalle. Gleich hinter dem Eingang warten dort die "Reisegruppen-Fänger", die Touris ohne Visum bzw. ohne bezahlter Visumsmarke zu den gleich links liegenden, kleinen Reiseveranstalter-Ständen locken. Dort wird kräftig abkassiert.

TIP: Wer nicht schon die Gebühr für ein Visum bei der Buchung inkludiert bzw. bezahlt hat, dem wird an diesen kleinen Schaltern eine unnötig hohe Gebühr für die Visum-Marke abverlangt, die in den Pass hineinkommt. Wesentlich günstiger ist es sich diese Marken beim Bankschalter, der etwas weiter hinten in dieser Halle liegt, zu besorgen - um zwar um bis zu 50% günstiger!
Also: Wer nicht genau weiss, ob er schon mit der Buchung diese Visumsgebühr (= Visumsmarken-Gebühr) bezahlt hat, der sollte unbedingt in den Buchungsunterlagen nachlesen. Wer will schon zwei Mal zahlen! Wer bezahlt hat, der kann zu den Veranstalter-Schaltern nach links gehen und die Marke holen (aber nichts mehr bezahlen!). Bei dem diese Gebühr bei der Buchung nicht inkludiert ist oder selbständig (ohne Reiseveranstalter) reist, der kann sich diese Visum-Marken beim Bankschalter holen und schön sparen.

Mit der Visumsmarke im Pass geht es weiter zum Immigrationsschalter (Einreisebeamter). Dort steht man üblicherweise in einer Schlange bis man dran ist. Meist geht es aber recht schnell - so auch bei uns. Dort geben wir dem Beamten den Pass (Visumsmarke wird abgestempelt und der Pass gescannt), das Einreiseformular, das wir halbwegs leserlich im Flugzeug ausgefüllt hatten, das er behält. Und oft fragt er nach den Reisepapieren, so auch uns. Das war es schon, denkt man, aber noch nicht ganz. Noch ein Beamter will die Pass-Seite mit der angestempelten Visum-Marke sehen. Kontrolle muss sein, denkt man vielleicht hier in ägypten. Fast wie zu Hause... :-). Aber dann kommt man endlich in die Halle mit den Förderbändern, die die Koffer bringen.

Etwas Geduld ist hier oft von Nöten bis die Koffer kommen. Wir brauchten dazu fast 30 Minuten. Aber schlussendlich konnten wir aus dem Flughafen raus.

Die meisten Reisenden suchten ihre Hotel-Transfer-Busse, wir nicht. Bei uns war der Transfer nicht dabei, also schnell ein Taxi geschnappt, denn die Fahrt zu unserem Hotel, das nicht allzu weit weg liegt, sollte nicht teuer sein.

Info: Eine Taxi-Fahrt zum Hotel hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Man muss nicht warten bis sich alle Reisenden in den Bus bequemt haben, man fährt direkt zum Hotel (ohne mögliche andere Hotelstops) und spart damit Zeit. Und man checkt somit im Hotel vor den anderen Reisenden ein, die den Bus nutzen, was durchaus angenehmer und weniger stressig beim Hotel-Check-In sein kann. Der Nachteil: Die meisten Taxifahrer (ich sollte besser sagen alle) versuchen einen erhöhten Preis herauszuschlagen.

TIP: Grundregel Nummer 1 bei Taxifahrten: den Preis vor der Abfahrt ausmachen. Dann erlebt man keine unangenehmen Überraschungen.

Der besondere TIP: Klug ist, wer den Taxifahrer zuerst die Koffer zum Taxi bringen und einladen lässt. Davor sich auf keine Gebühr festlegen lassen und erst dann handeln. Der Fahrer lässt dann leichter mit sich reden und man einigt sich eher auf einen vernünftigen Preis, weil er schon was geleistet hat und das für ihn nicht umsonst sein soll. Aber, ok, das ist vielleicht etwas für geübte Verhandler. -)

Nun gut, unser Taxifahrer wollte 20 Euro, was eine Frechheit ist. Stimmt schon, dass er am Flughafen pro Einfahrt eine Extra-Gebühr zahlen muss und Taxis in Touristenhochburgen teurer sind als z.B. in Kairo. Nun begann das Handeln. Ich bot ihm 5 Euro und sagte, dass das eigentlich schon zuviel ist, aber er so nett sei, und das Wetter so ausgesprochen schön und blablabla. Er wand sich wie ein glitschiger Aal, fragte, ob ich schon mal in Ägypten gewesen sei, erzählte von seinen Kindern und seiner Frau, blablabla. Das machte richtig Spaß! Handeln gehört in diesem Land einfach dazu, wer das negiert, ist nicht nur ungeschickt, zeigt sich unwissend, sondern wird auch belächelt (ich habe das mal hier nett umschrieben). Wir einigten uns schließlich auf 8 Euro. Auch noch zuviel, aber es war unser 1. Urlaubstag...

In flotter Fahrt ging es, an den ersten von mir so geliebten Palmen vorbei, zum Hotel. Noch vor dem Hotel gab mir der Fahrer seine Handy-Nummer, "wenn wir was brauchen sollten...".

Das Hotel Arabia Azur Resort

Schnell hatten wir beim Hotelempfang eingecheckt und die Koffer uns zum Zimmer mit Terasse (Block A, im Erdgeschoss) bringen lassen, das nicht allzu weit vom Haupthaus entfernt lag. Gut für Mama, keine Stiegen und nicht zu weit zu laufen.

Hotel-Eingangshalle des Arabia Azur.

Foto: Die Hotel-Eingangshalle des Arabia Azur mit den 5 markanten Säulen.

Schnell war ausgepackt, und die Erkundung des Hotels und dessen Geländes konnte beginnen.

Zuerst mal raus zum großen Pool, beeindruckend die Größe dieses Sportbeckens, um den sich die Sonnenhungrigen auf durch Flechtwerk windgeschützten Liegen in zwei Reihen aalen. Windschutz ist hier, zumindest zu dieser Jahreszeit, wichtig! Eine richtige Poolbar, an die man heranschwimmt und im Wasser sozusagen Drinks genießt, im kleineren, flacheren Nebenbecken war nicht in Betrieb. Es sah so aus, als würde sich das auch nicht in absehbarer Zeit ändern. Wie es sich herausstellte, hatte ich mit dieser Ansicht auch recht. Daneben liegt noch ein kleines Kleinkindbecken, das die Plantschwütigen grundlegend ignorierten. Für die ist der Sandstrand doch attraktiver.

Am Ende des Pools liegt die stark frequentierte Pool-Bar (offizieller Name, wie die andere im Pool heisst, hatte ich nie erfahren), die auch für uns zum beliebten Treff werden würde. Gleich dahinter liegen der Beachvolleyball-Platz und andere Aktivitätszonen (Kleinstfussball-Sandplatz, Boccia, Dart beim Animateur-Häuschen,...) für Gäste.

Dieser Bereich ist ein richtiges Drehkreuz für alle am Strand. Hier muß (fast) jeder vorbei, der nahe dem Meer sein will.

Und da war es dann auch - das Rote Meer, den ganzen Strand entlang umsäumt von Palmen. Toll! Für mich immer ein besonderer Moment, Palmen und Meer gemeinsam.

Direkt vor uns reichte die künstlich angelegte, ca. 25 Meter breite Landzunge, von Palmen gesäumt etwa 250 Meter ins Meer hinaus. Das wollten wir natürlich erkunden und schlenderten bei starkem Wind bis ans Ende, das durch eine relativ große, inselähnliche Fläche mit viel Platz für Liegen und einer Lagunen-Bar samt kleinem Restaurant gebildet wird.

künstliche, mit Palmen besetzte Landzunge des Arabia Azur Hotels, die bis zum Hausriff ins Rote Meer hinaus ragt

Panorama-Foto: Rechts die künstliche, mit Palmen besetzte Landzunge des Arabia Azur Hotels, die bis zum Hausriff ins Rote Meer hinaus ragt. Links Teilansicht des südlichen Zimmer-Blocks mit Strand gesäumter Lagune.
(Foto vergrößern, öffnet in neuem Browser-Fenster)

Nun stellte sich langsam Hunger ein. Kein Wunder, es war inzwischen später Nachmittag geworden. Also rein ins All-Inclusive-Vergnügen! Wir erspähten hier im kleinen Restaurant ein Mini-Buffet mit Nachmittagsnacks. Chicken-Wings waren genau richtig für uns. Mutter fand das Bier zu warm, aber sehr kalt darf sie es sowieso nicht trinken. Mein Cola war perfekt gekühlt und löschte hervorragend den Durst. Fein!

Genug für den Anfang - wir schlenderten wieder langsam zurück zum Zimmer, wo wir uns häuslich einrichteten und frisch machten.

Dann erkundeten wir kurz das Hauptgebäude, entdeckten den Internet-Room, das Fotogeschäft, einen Limo-Service, der uns noch viele Dienste erweisen sollte, Quad-Ausflug-Infostand, Zeitungs- und Postkarten-Desk und zwei große Lounge-Bereiche, die von der Eingangshalle abzweigten. Irgendwo müßte es noch eine Bank, eine kleine Bibliothek, Discothek, Billardraum, Reiseveranstalter-Info- und Anschlagsbereich und Theater geben. Die Lobby-Bar hatte ich auch noch nicht ausgemacht, obwohl die, wie es der Name verspricht, nicht weit vom Empfangsbereich entfernt sein kann. Egal - wir werden das noch entdecken.

Hotelplan des Arabia Azur Hotels in Hurghada.

Skizze: Hotelplan des Arabia Azur Hotels in Hurghada (© by G.Berger).
Skizze groß (öffnet unsere Info-Seite des Arabia Azur Resort Hotels)

Jetzt war Abendessen angesagt. Die Restaurants zw. Haupthaus und Pool waren wegen dem windigen Wetter geschlossen, also gingen wir zum Indoor-Restauraunt-Bereich. Dazu erstmal raus beim Hoteleingang, dann gleich links rum und schon waren wir dort. Warum das Hauptrestaurant nicht direkt vom Haupthotelgebäude zugänglich ist? Fragt mich nicht. Etwas seltsam, aber nicht weiter schlimm. Der Speisebereich ist in vier Räume unterteilt, jeder mit eigenem Buffet, die aber in allen vier Räumen gleich bestückt waren. Vielleicht etwas aufwendig, aber man hatte wenigstens nicht den Eindruck eines riesigen Speisesaals. Ein Plus!
Ein Minus sei aber auch angemerkt: Der vierte und letzte Speiseraum ist so unglücklich angelegt, daß man sich am Buffet im Weg steht und sich dort auch noch die Kellner mit den großen Tabletts durchzuzwängen versuchen. So manches Teller findet dort seine letzte Ruhestätte!

Die Buffets enthielten beim Warm-Essen-Bereich grundsätzlich Rechods mit fünf Standards: Nudelgericht, Huhn, Gemüse, Kartoffel-Beilage und Fisch, die sich täglich in der Zubereitung änderten. Dazu noch zwei Suppen. Vor den Speiseräumen gab es noch einen offenen Grill mit Specials. Dann gab es immer extra kleinere, aber auswahlsreiche Salat- und Nachtischbuffets (mit Käse, Obst und verschiedensten Süßigkeiten). Vor allem Letzteres wurde von mir immer gemieden! Wer mir das glaubt, glaubt auch sonst alles! Lach!!!

Wir entschieden uns für Speiseraum 2, wo wir gut speisten.

Nun, um 19 Uhr, war Mutter schon ziemlich müde. Kein Wunder - sehr früh aufstehen, der Flug, Klimawechsel, neue Eindrücke. Sie entschloß sich hinzulegen und noch etwas den TV zu quälen. Die richtige Zeit für mich ein Email an Melanie zu schreiben. Von unserer guten Ankunft hatte ich ihr zwar schon am Nachmittag telefonisch kurz berichtet, aber es gibt soooo viel zu erzählen.

Danach genoß ich noch ein (oder zwei?) Cuba Libre in der Lobby-Bar (täglich mit Musik einer Zwei-Personen-Live-Band), die ich endlich gefunden hatte. Doch bevor ich zu Bett ging, wollte ich noch einen nächtlichen Eindruck vom Hotelgelände erhaschen.

Blick über das sehr große Sportbecken.

Foto: Nächtlicher Blick über das sehr große Sportbecken zum Haupthaus, von der Poolbar aus.

So schlenderte ich am beleuchteten Pool entlang, wo nun im Gegensatz zum Tag Ruhe eingekehrt war, weiter zur Poolbar, wo noch einige Gäste das angenehme Ambiente bei einem Glas Bier oder Cocktail genossen, und schlußendlich zur Landzunge.

Hier, wo noch vor wenigen Stunden Hunderte die Sonne anbeteten, konnte ich nun in Ruhe den Tag in Gedanken an mir vorüber ziehen lassen.

Palme im Wind.

Foto: Palme am abendlichen Strand bei starkem Wind.

Ich setzte mich auf eine der Nachts vereinsamten Liegen, konnte so dem starken Wind etwas weniger Angriffsfläche bieten und sog den Duft der salzig-feuchten Meeresluft auf. Bild für Bild des Tages zogen an meinem inneren Auge für eine Weile vorbei. Bevor ich, nun doch auch müde geworden, langsam den Weg zum Zimmer antrat, schickte ich noch einen gedanklichen Gruß nach Hause.

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