ÄGYPTEN REISE 2008

Luxor-Tour (Teil 1)

18 Mär 2008

Endlich war es soweit. Unser großer Tagesausflug nach Luxor, in eine der wichtigsten kulturellen Städte Ägyptens, stand bevor.

Fahrtroute

Hurghada - Safaga - Qena - Luxor (Al Uqsur)

Unsere Fahrt führte von unserem Hotel Arabia Azur in Hurghada (roter Push-Pin, an der Küste des Roten Meeres) zuerst der Küste entlang nach Safaga (gelber Push-Pin etwas darunter) zum Konvoi-Treffpunkt und -Sammelplatz, von dort aus im Konvoi mit einem kurzen Stop an einer Raststätte in den Bergen (gelber Push-Pin, etwas westlich) über Qena nach Luxor (Al Uqsur) (blauer Push-Pin, im grünen Niltal).

Nachfolgend eine interaktive Landkarte mit den Markierungen der Fahrtrouten-Stationen.

Info: Diese interaktive Karte lässt sich zoomen (Zoom-Tool links oben), verschieben und mit verschiedenen Oberflächen darstellen (Auswahl rechts oben: Karte/Satellit/Hybrid/Gelände).

(Karte powered by Google-Maps-Creator)


Die Fahrt von Hurghada nach Safaga

Auf dem Weg zum Konvoi-Treffpunkt

Das Zimmer-Telefon klingelte pünktlich um 4 Uhr morgens. Puhh, das war schon sehr früh, aber wir waren recht schnell munter - heute sollte es nach Luxor, in eine der geschichtsträchtigsten Städte der ganzen Welt, gehen.

Rasch war alles zusammen gepackt, was wir schon am Vorabend vorbereitet hatten. Dazu nahm noch jeder einen kleinen Kopfpolster mit. Einem bequemen Nickerchen sollte damit auf dieser langen Fahrt nichts mehr im Weg stehen. Dann ging es ab zur Rezeption, wo wir unser Lunch-Paket abholten.

Draußen vor der Hoteleingangstür wartete in stockdunkler Nacht bereits unser Fahrer mit dem blitzsauberen PKW, in dem wir rasch Platz nahmen. Mutter ließ ich vorne einsteigen, da hatte sie noch mehr Raum für ihre Beine. Ich machte es mir hinter ihr bequem. Und dann fuhr unser Chauffeur auch schon los.
Unser erstes Ziel: der Konvoi-Sammelpunkt in der etwa 60 km entfernten, südlich von Hurghada gelegenen Hafenstadt Safaga.

Zuerst ging es aus Hurghada raus, an zahlreichen Hotels vorbei, deren Einfahrten und Gebäude nachts herrlich erleuchtet die Strasse säumen. Auch nach Hurghada passierten wir noch einige Hotels, aber es wurden weniger und weniger.

Im Wagen war es ruhig. Jedem merkte man an, daß man zu dieser Zeit normalerweise noch schlafen würde. Und so döste auch ich ein wenig. Das ist einer der Vorteile eines Limousinen-Services - man wird nicht gestört vom Geplauder irgendwelcher, morgens mitteilsamer Mitfahrer, auf die man in Bussen gerne trifft.

Kurz vor Safaga, als wir an einer Kreuzung Richtung Westen abbogen, wurde ich wieder munter. Wenige Minuten später ereichten wir auch schon den Konvoi-Sammelplatz, der nahe eines Abfahrt-Kleeblatts liegt.

Gut gesicherte Einfahrt in den Konvoisammelparkplatz.

Foto: Gut gesicherte Einfahrt in den Konvoisammelparkplatz. Im Hintergrund die hohen Berge durch die wir auf dem Weg nach Luxor fahren würden.

Jetzt, bei Sonnenaufgang, konnte man diesen Treffpunkt für unzählige Autos und Busse gut erkennen. Es ist im Grunde genommen ein riesiger, von hohen Mauern umgrenzter Parkplatz mit einigen langen Hallen, einem Coffee-Shop samt halbwegs sauberen WCs, einem kleinen Shopping-Bereich davor und einer Polizeistation. Die einzige Einfahrt in das Gelände war durch Tore und Polizei gesichert.

Der Coffee-Shop mit dem kleinen Markt.

Foto: Der Coffee-Shop mit dem kleinen, absolut für Touristen ausgelegten Markt.

Nun hieß es für uns erstmals warten, sich die Beine vertreten und den kleinen Markt erkunden, bis das Startsignal für den Konvoi kommt.

Während sich unser Fahrer eine Zigarette und einen Kaffee gönnt, stürzen Mama und ich uns ins Getümmel. Sie handelte mit Händen und Füßen, ganz in ihrem Element. Für mich war es eine gute Gelegenheit die herrliche, noch tiefstehende Morgensonne für einige Schnappschüsse zu nutzen.

Reges Treiben auf dem Parkplatz.

Foto: Reges Treiben auf dem Parkplatz.

Bus um Bus parkten in Reih und Glied. Es schien kein Ende nehmen zu wollen. Aus fast einhundert Bussen strömten nach und nach die Mitreisenden, die sich nur die Beine vertraten, den Markt erkundeten oder schnellen Schrittes und zielstrebig die WCs ansteuerten.

Dazwischen immer wieder Polizisten mit ihren an der Schulter baumelnden Kalaschnikovs, deren Herstellung offensichtlich schon mehr als nur einige Jahre zurück liegt.

Seltsam, ich habe mich in Ägypten eigentlich immer sicher gefühlt, aber angesichts dieser Sicherheitsmaßnahmen wird man an Anschläge auf Touristen vor einigen Jahren unwillkürlich erinnert.
Wie beispielsweise dem in Luxor, als 1997 sechs Terroristen 62 Personen im Ausgrabungsgebiet nahe dem Tempel der Hatschepsut getötet hatten.

Und dann war es endlich soweit. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Meldung des nahen Konvoi-Starts. Es sollte losgehen.

Meine Mutter mit unserem Fahrer neben unserer Luxuskutsche.

Foto: Meine Mutter mit unserem Fahrer neben unserer neuen, japanischen Luxuskutsche.

Wir machten noch rasch ein Erinnerungsfoto, bevor sich der Treck langsam in Bewegung setzte. Nun waren wir endlich auf dem Weg.


Die Fahrt von Safaga nach Luxor (Al Uqsur)

Im Konvoi durch die Berge und das Niltal ans Ziel

Nun folgte der längste Teil der Anfahrt (215 km) von der insgesamt 275 Kilometer langen Strecke.

Kaum waren wir auf der recht gut ausgebauten Fernverbindungsstrasse 28, vorne weg von einem Polizei-Pritschenwagen, auf dem die bewaffneten Männer unter einer Plane saßen, angeführt, erreichte der Konvoi Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h!

Durch die Berge.

Foto: Durch die Berge.

Rasend zogen karstige, schroff und meist steil aufragende Berge, die wir auf einem passähnlichen Abschnitt erreichten, an uns vorbei. Ich bat den Fahrer etwas Abstand zu den vor uns fahrenden Wagen zu halten, damit ich auf meinen Fotos nicht nur Autos drauf habe.

Eine unglaublich schöne, faszinierende Fels- und Steinwüste, in der das Auge keinen Strauch oder Baum erhaschen kann, zog an uns vorbei.

Ist hier ein Leben für Menschen überhaupt möglich? Kaum - und wenn, dann nur sehr spartanisch oder mit viel Aufwand. Ich fragte unseren Fahrer danach, der dies bestätigte. Hier gäbe es nur vereinzelt herumziehende Beduinen, ohne festen Wohnsitz. Und sogar die bleiben hier nur kurz.

Speedlimits.

Foto: Speedlimits.

Wir durften für Fotos nicht stoppen, denn ein Halt eines Konvoi-Teilnehmers ist nur bei einer Panne erlaubt. So zog der Konvoi, mit uns mittendrin und manchmal deutlich über dem Geschwindigkeitslimit, wie eine eilige Schlange durch diese beeindruckende Landschaft.

Busse dürften hier eigentlich nur 80 und PKWs nur 90 km/h fahren, aber so... naja, so werden wir wenigstens schneller an unserem Ziel ankommen.

Dann, als wir den höchsten Punkt der Strecke hinter uns hatten, weiteten sich etwas die Berge und flachere, kleine Wüstenabschnitte tauchten hier oben auf.

Einsamer Baum in der Wüste.

Foto: Einsamer Baum in der Wüste.

Und dann, ganz unvermittelt, sausten wir an einem einsamen Baum vorbei. Wie konnte dieses hier einsame Gewächs nur überdauern? Unser Fahrer schmunzelte und meinte, dass dies der einzige hier sei. Irre! Etwas später kamen wir noch einmal an einem weiteren alleine stehenden Baum vorbei, aber trotzdem unglaublich, wie die Natur sich hier mit einem Zeichen der Wüste wiedersetzt!

Nun wurde die Spitze des Konvois etwas langsamer. Man wartete zusammen. Warum? Ein Stop an einer Raststation, bei der wir uns die Beine vertreten konnten, stand bevor.

Gut getimet, wie uns schien. Nun nach etwa einem Drittel der Fahrt konnten wir Toiletten aufsuchen und etwas herumschlendern. Dabei fand ich die Souvenirstände oder das Kaffee-Bistro nicht so interessant, aber es gab noch anderes.

Beduinen-Frau mit Kind, Ziege und Esel.

Foto: Mutter, Beduinen-Frau mit Kind, Ziege und Esel.

Direkt am Parkplatz stand eine schwarz gekleidete, vermummte Beduinenfrau mit ihrer Tochter, einem Esel und einer kleinen Ziege. Das wollte sich meine Mutter nicht entgehen lassen. Für mich einen Schnappschuß wert!

Die Frau wollte etwas Geld dafür, aber mit einigen Zuckerln für ihr Kind war sie auch zufrieden.

Ich erkundete noch etwas die nahe Umgebung, während Mama mehr unter dem Schatten der Verkaufsstände blieb. Dabei entdeckte ich eine neues Motiv - einen Ägypter mit seinem Kamel vor einer kleinen Moschee.

Ägypter mit seinem Kamel vor einem Minarett.

Foto: Ägypter mit seinem Kamel vor einem Minarett.

Eine durchaus interessante Kombination der Kultur und Architektur in diesem Land - und das vor makellosem, tiefblauem Himmel.

Ein gelungener Schappschuß, wie sich heraus stellte, der zu einem meiner Lieblingsfotos dieses Urlaubs werden sollte.

Tipp: Wer auf seinen Reisen die Kamera immer griffbereit bei sich hat, auch mal etwas abseits geht und sein Auge für diese Dinge wach hält, dem werden immer wieder Fotos gelingen, die ihm viel Freude bereiten werden.

Bald bewegten sich die Konvoi-Teilnehmer wieder zurück zu ihren kleinen und großen Bussen. Zeit für uns, auch unser Auto, bei dem unser Fahrer bereits wartete, wieder aufzusuchen. Nun, meinte er, geht es über Qena an den Nil heran und weiter nach Luxor - ohne weiteren Stopp, wenn alles gut verläuft.

Uns sollte es Recht sein. Wir waren bereit für Luxor und die dortigen Sehenswürdigkeiten. Und so ging es in hohem Tempo wieder weiter Richtung Westen.



Fortsetzung folgt in Kürze.