MALAYSIEN REISE 2007

Resumee

Rückblickend betrachtet

Nach dieser Reise im November 2007 ist kaum eine Monat vergangen, in der wir nicht über diesen schönen Urlaub geplaudert oder uns Fotos davon angesehen haben. Asien hatte unsere Herzen geöffnet!

Was hätte man anders planen oder buchen sollen? Hat man etwas dabei vergessen und dadurch versäumt? Stimmten die Erwartungen mit dem Tatsächlichen überein? Rechtfertigt sich der finanzielle und zeitliche Gesamtaufwand? Eine Menge Fragen, die man sich schon auch nach einer Reise stellen kann.

Grundsätzlich hatten wir bei der Planung und Buchung alles richtig gemacht. Wir hatten sogar entsprechendes Glück mit dem Wetter. Bis auf wenige Stunden hatte es nicht tagsüber geregnet, obwohl unsere Reisezeit bereits in die offizielle Regenzeit von Ost-Malaysia hineinreichte.

Die Flüge:

Die für uns erstmalige Wahl der Fluglinie Qatar Airways für die längsten Strecken (München-Doha-Kuala Lumpur) war ein absoluter Glücksgriff. Nicht nur, daß deren Preis nur um Euro 15,- über dem Bestpreis lag, sondern das Herausragende war schlicht und einfach deren OnBoard-Service, das Gesamtangebot und die ausgezeichnete Qualität der Speisen. Wir würden jederzeit und uneingeschränkt wieder mit Qatar fliegen (auch wenn dadurch ein zusätzlicher Stop in Doha notwendig wäre).

Die Malaysia Airlines hat uns nicht wirklich überzeugen können. Generell heißt es zwar, daß sie zu den besten der Welt zählt, aber wir konnten nicht herausfinden warum. Die Flugzeuge auf unseren Strecken (zw. Kuala Lumpur und Kuching) wirkten etwas alt und abgewohnt. Der Service des Flugpersonals war zwar ok, aber nicht mehr. Weniger hätte zumindest irritiert. Mag sein, daß sie es nach der Qatar einfach nicht leicht hatte zu punten. Das aber spricht wieder ganz klar für die Fluglinie aus dem Emirat.

Die Flughäfen:

München (Deutschland):

Der internationale Flughafen der bayrischen Metropole ist unser meistgenutzter Flughafen und weckt bei uns immer das Gefühl von Reisen und Urlaub - ein Empfinden, das immer positiv ist. Soviel zu den persönlichen, subjektiven Vorschußlorbeeren. Abgesehen davon finden wir ihn modern, sehr gut organisiert und übersichtlich. Wir mögen ihn ganz einfach! Aber, er ist auch der erste Platz, der uns beim Rückflug daran erinnert, daß wir wieder ihn Mitteleuropa sind, nicht jeder freundlich und hilfsbereit ist und von sich aus gerne ein Lächeln zeigt...

Doha (Qatar):

Den internationale Flughafen des arabischen Emirats Qatar bezeichnen wir als modern, relativ klein und (nur) zweckmäßig. An das zweistöckige Flughafengebäude wird nicht mit den Flugzeugen angedockt, sondern Passagiere mit Bussen transferiert. Ebenerdig findet man den größeren Shopping/Duty Free-Bereich, Counter und Wartebereiche, sowie eine Cafeteria. Im ersten Stock befinden sich die VIP-Lounge, Qatar Customer Service Counter, kleiner Souvenier-Laden, Selbstbedienungsrestaurant, Raucherbereich, Ruheraum (mit Liegen), Internet-Zone, Cafeteria, Wartebereiche usw.

Unser Stop beim Hinflug war kürzer als 2 Stunden. Dabei konnten wir uns kein detailliertes Bild machen. Beim Rückflug dauerte unser Aufenthalt 6 Stunden. Dabei testeten wir gratis (danke Qatar Airways) das SB-Restaurant - Note max. durchschnittlich. Der große, kreisrunde Information / Customer Service Counter war nicht immer besetzt, und wenn, dann maximal mit einer Mitarbeiterin, die geduldig und freundlich, aber sichtlich gestreßt und/oder überfordert, Anfragen entgegen nahm. In der Cafeteria im ersten Stock wollte man gerne unsere Euros zur Bezahlung nehmen (danke), aber mit einem unverschämten, weit überhöhten Wechselkurs (nein danke!). Trotzdem empfehlenswert - ausgezeichneter Kaffee in verschiedensten Varianten, herrliche Süßspeisen und kleine Snacks. Man nutzt dann besser seine Kreditkarte, statt Fremdwährung.

Kuala Lumpur KLIA (Malaysia):

Der topmoderne Flughafen wurde 2005 und 2006 als der beste der Welt ausgezeichnet. Er ist ein Prunkstück der Flughafengestaltung. Trotz seiner enormen Größe wirkt er sehr gut und übersichtlich organisiert. Sogar der Wechsel vom Hauptgebäude mit dem Shuttle-Zug zu Terminals im Nebengebäude erschien uns leicht. Der Customer Service Counter an der Dschungel-Insel im Zentrum des Flughafens war auch zu einer ruhigen Zeit mit mehreren Mitarbeitern besetzt, die freundlich und rasch agierten.

Obwohl der KLIA gehörig weit von der Stadt entfernt liegt, ist durch die Flughafen-Stadtzentrum-Schnellzugverbindung, dem KLIA Express, ein Besuch der Hauptstadt Malaysias ohne Probleme auch mit wenigen Stunden Zeit möglich.

Kuching (Malaysia):

Dieser Flughafen ist eher klein und zweckmäßig errichtet. Andererseits bietet er alles, was man sich von einem Flughafen einer Stadt der Größe von Kuching und dessen Flugverkehrsaufkommen erwarten darf.

Das Land:

Malaysia oder Malaysien, wie das Land bei uns auch noch genannt wird, ist insgesamt zwiespältig zu betrachten. Einerseits findet man hier noch gebietsweise fast urtümliches, nur ein wenig touristisch verdorbenes. Andererseits geht dieses Land in seiner Wirtschaftspolitik einen sehr, fast zu einfachen Weg. Beispielsweise ist die sehr forcierte Palmenöl-Gewinnung mit seinen endlos weiten Palmenhainen ökologisch gesehen mehr als umstritten. Ok, wir Europäer sollten nicht mit Steinen werfen, wo wir doch selbst in einem Glashaus sitzen.

Kann man dieses Land lieben? Ja, durchaus. Es ist nach wie vor als Urlaubsland sehr interessant, auch wenn man schon erkennen kann, daß der Fortschritt und der touristische Einfluß vieles leider verändert.

Der Besuch der Iban und deren Langhäuser war für uns sicherlich ein besonderer Höhepunkt unserer Reise. Insbesondere, da wir unseren Trip zu den doch noch schwer zu erreichenden Iban am Lemanak River unternahmen. Andere bevorzugen eine Besichtigung der Langhaus-Kultur beim Langhaus des Hilton Hotels (Batang Ai). Das ist eher als Luxuxhotel mit direkt angeschlossenem Eingeborenen-Dorf zu sehen. Für uns wäre das sicherlich nichts! Genauer gesagt, ich finde das schlimm!

Kuching ist eine sehenswerte Provinzhauptstadt, die besonders durch ihr friedliches Multikulti-(Religions-)Konglomerat besticht. Davon abgesehen bietet die Katzenstadt für Katzenliebhaber wohl mehr als alle anderen Städte. Shoppen sollte hier nicht allzu groß geschrieben werden, aber ein paar wenige Bereiche der Stadt sind diesbezüglich doch interessant. Nachtschwärmer sollten sich ihren Bedarf für zu Hause aufheben, oder nach Kuala Lumpur ausweichen. Allzuviele Bars gibt es nicht. Die meisten Nachtlokale befinden sich direkt in oder in unmittelbarer Nähe der internationalen Hotels.

Wer gerne isst und auch vielseitiges Angebot schätzt, der wird dieses Land lieben. Die Multikultur prägt auch das Speiseangebot. Für uns ist Malaysien ein wahres Speise-Schlaraffenland, das besser, unverfälschter und günstiger wird, je weniger das Lokal mit Tourismus zu tun hat.

Die Hotels:

Unser Hotel in Kuching, das Holiday Inn Kuching, möchten wir als etwas älteres Stadthotel bezeichnen, das aber durch seine Lage direkt (!) am Sarawak-River, an der Waterfront, an Wertigkeit gewinnt. Negativ fiel uns auch die Poolwasser-Qualität auf. Grün ist in diesem Fall nicht unsere bevorzugte Wasserfarbe, auch wenn der Pool und der gesamte Bereich herum sehr modern bzw renoviert erschienen. Die Bestuhlung samt Tische im Frühstücksrestaurant erinnerten mich mehr an Metall-Gartenmöbel, als an Restaurantausstattung - aber ok, nicht jeder Geschmack passt zu jedem. Auffallend der eher schlichte Einrichtungsstil unseres Zimmers, der uns nicht störte, seine Sauberkeit (!) und die leise Klimaanlage, die wir wenig nutzten, aber wenn dann uns auch schlafen ließ.

Auffallend auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft jedes Hotelmitarbeiters, die jedem Gast das Gefühl vermittelten, etwas Besonderes zu sein.

Das Holiday Inn Damai Beach, unser Erholungshotel am südchinesischen Meer, hatte es da schon viel leichter. Erstens hatten wir bis dahin schon einige Urlaubshighlights erleben dürfen, und andererseits beglückte uns die Hotelleitung mit einer Best-Lage (!) unseres gebuchten Chalets. Es lag sozusagen erste Reihe fußfrei am Strand. Der Blick aus unserem großen Fenster auf die Meeresbrandung wurde nur durch einige Palmen dazwischen unterbrochen. *smile*

Auch hier war das Personal sehr bemüht und das ganze Hotel sauber. Und doch hatte man das Gefühl, daß hier (wie auch in Kuching im Hotel) etwas anders ist, als in anderen Holiday Inn Hotels, die ich kenne. Fehlte es hier etwas an Geld um die Hotelketten-Qualität zu erreichen? Oder lag es daran, daß sowohl das Stadthotel wie auch das Strandhotel per Franchise von einer Kuching-Firma geführt wird? Egal, das Hotel war angenehmerweise bei weitem nicht ausgebucht und der im Katalog als naturbelassen bezeichnete Strand (was manchmal auf verschmutzte Strandabschnitte hinweist) war absolut sauber, wenig genutzt und für uns ein Paradies zur Erholung!

Das Restaurant bot sowohl beim Frühstücks- als auch Abendbuffet Bekanntes und Interessantes - eine Mischung internationaler und asiatischer Küche in guter Qualität.

Insgesamt gesehen waren wir mit den Hotels trotz Kritik durchaus zufrieden! Man muß auch den sehr guten Preis in die Bewertung einbeziehen!

Die Ausflüge:

Die kleine Borneo-Rundreise inkl. der geführten Stadtbesichtigung, gebucht bei Meiers Weltreisen, entsprach absolut unseren Erwartungen. Unser deutschsprechende Guide Andy, ein gebürtiger Iban, zeigte sich immer kompetent, liebenswürdig und hilfsbereit! Noch einmal würden wir aber diese Tour zu diesen Iban nicht mehr machen. Man bekam schon den Eindruck, daß der Tourismus seine negativen Seiten bringt. In wenigen Jahren wird das Bild des Dschungelvolkes, der ehemaligen Kopfjäger, nicht mehr autentisch und glaubwürdig sein. Bereits jetzt merkt man dies stark!

Die halbtägige Stadtführung in Kuching war sehr gut aufbereitet und ausreichend gefüllt mit Sehenswertem, ohne stressig zu werden.

Die Tour zum Semenggoh Wildlife Centre und seinen freilebenden Orang Utan war unglaublich emotionell. Es waren unser erster Kontakt zu Orang Utans. Ein Blick in deren Augen..., etwas ganz Besonderes!

Der extra vor Ort gebuchte Tagesausflug zum Bako National Park erwies sich als Knüller für uns, da wir auch gerne wandern und das Kennenlernen verschiedenster Tiere, insbesondere der Nasenaffen, ein weiteres Highlight darstellte.

Kontrastprogram pur, wie konnte es auch nach den Tagen auf Borneo sein, war natürlich unser wenige Stunden dauernde Quicktrip vom Flughafen Kuala Lumpur in die Stadtmitte. Einmalig der Blick von der Aussichtsebene des Fernsehturms auf die Großstadt Kuala Lumpur, und der zum Staunen verführende nächtliche Anblick der Petronas Towers.

Last but not least...

Die Mitreisenden:

Überrascht waren wir, als wir von unserem Guide in Kuching erfuhren, daß unsere Tour nur mit vier weiteren Urlaubern gemacht wird. Positiv natürlich! Zu sechst sollte dies besonders angenehm sein. Noch positiver möchten wir es nennen, nachdem wir die Vier kennen gelernt hatten. Mit Karin und Klaus, sowie Doreen und Harry unternahmen wir auch nach unserer gebuchten Tour weiteres. Allabendliche, gemeinsame Ausflüge zu verschiedenen Restaurants in der näheren Umgebung des Hotels am Strand wurden zum besonderen Tagesabschluß! Noch Wochen nach dem Urlaub hatten wir Kontakt per Email...

Danke

...daß wir so herrlich interessante, lehrende und genußreiche Urlaubstage erleben durften.

Melanie und Günther